21.05.2012

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Mir nach, Canaillen!

Spielfilm DDR 1964 - Zum 75. Geburtstag von Manfred Krug

16 zu 9 Format Untertitel für Gehörgeschädigte

MDR FERNSEHEN

Samstag, 04.02.12 | 20:15 - 22:00 (105 Min.)

Film

Dieser Sendetermin liegt in der Vergangenheit

Inhalt der Sendung

Preußen, 1730. Leutnant von Übbenau macht sich auf ins Hannöversche, um Rekruten zu pressen. Sein König, kriegerisch veranlagt, braucht mächtig viele Kerls, "die er in die Pfanne hauen kann". Doch woher nehmen, ohne zu stehlen?

Bald darauf trifft der Werbeleutnant auf einen Burschen von prächtigem Gardemaß, wie für des Königs Rock geschaffen, und es gehen ihm die Augen über vor Freude, dann aber vor Schmerz, als nicht er die Kanaille, sondern diese ihn festsetzt. Um der Schande zu entgehen, bleibt dem armen Leutnant lediglich der Ausweg, sich als der Erzeuger jenes Kuhhirten - pfui Teufel! - auszugeben. So kommt Alexander (Manfred Krug) nicht nur zu einem Vater von adligem Geblüt und einem Beutel voller Dukaten, er gewinnt auch das Herz von dessen wohlgeratenem Töchterchen Ulrike (Monika Woytowicz) und avanciert kurzzeitig zum Günstling August des Starken (Erik S. Klein).

"Mir nach, Canaillen!" war 1964 der erste und überaus erfolgreiche Mantel- und Degenfilm der DEFA. Gemeinsam mit Regisseur Ralf Kirsten und den Drehbuchautoren Joachim Kupsch und Ulrich Plenzdorf nahm sich der damals frisch gekürte Publikumsliebling Manfred Krug der Idee an, einen Abenteuerfilm à la "Fanfan, der Husar" zu erfinden. Die Babelsberger Filmfabrik scheute weder Kosten noch Mühen: Farbe, Breitwand, Vier-Kanal-Magnet-Ton und dazu eine Besetzung vom Feinsten, angeführt von Manfred Krug. Der damals 27-Jährige lernte in 14 Tagen reiten und zog in seiner ersten Rolle als Abenteuerheld ohne Double fechtend, schießend, Fassaden kletternd und brennende Heuwagen kutschierend über die Leinwand und seine Fans zu Hunderttausenden in die Kinos. Manfred Krug - der Haudegen, der Charmeur, der Sänger. So liebten ihn die Menschen zwischen Rostock und Suhl, und er spielte und sang sich mit 40 Filmen bei der DEFA, 20 Fernsehfilmen und TV-Mehrteilern, mit zahlreichen Shows und Konzerten in ihre Herzen.

Als der beliebte Schauspieler die Pro-Biermann-Petition 1976 unterschrieb, endete seine Karriere in der DDR: Der Frank-Beyer-Film "Das Versteck" (1977) kam nicht in die Kinos, die Konzerttouren des Sängers wurden von Staats wegen boykottiert. Schweren Herzens entschloss er sich zu gehen. Krug: "Meine Ausreise war ein besonders nachdenklicher Vorgang" - nachzulesen in seiner Biografie "Abgehauen" (1996) und nachzuerleben in der gleichnamigen Verfilmung (1998). Aber auch im westlichen Teil Deutschlands konnte sich Krug dank seiner schauspielerischen Ausstrahlung, seines Charmes und Witzes schnell etablieren. Er drehte Filme und Serien, spielte Theater, schrieb Bücher und wurde besonders bekannt als Rechtsanwalt "Liebling Kreuzberg" und singender "Tatort"-Kommissar Stoever. 2001 lief der letzte "Tatort" mit ihm und er nahm Abschied vom Fernsehen, doch bis heute tourt er als Jazz- und Chansonsänger durchs Land.

Am 8. Februar begeht Manfred Krug seinen 75. Geburtstag. Aus diesem Anlass sendet das MDR FERNSEHEN nach "Mir nach, Canaillen!" einen Querschnitt seines fiktionalen Schaffens: Am Montag, 6. Februar 2012, 23:00 Uhr den DEFA-Spielfilm "Das Versteck", am Mittwoch, 8. Februar 2012, 23:20 Uhr den biografischen Fernsehfilm "Abgehauen", am Freitag, 10. Februar 2012, 00:00 Uhr den "Tatort: Der Duft des Geldes" und am Sonntag, 12. Februar 2012, 11:00 Uhr den DEFA-Abenteuerfilm "Kit & Co.".

Stab und Besetzung

Darsteller/Regie 
Alexander Manfred Krug
Ulrike von Übbenau Monika Woytowicz
Leutnant von Übbenau Fred Düren
Baronin von Übbenau Carola Braunbock
Großmutter im Hause Übbenau Helga Göring
von Übbenau, Onkel des Leutnants Herwart Grosse
Richter Norbert Christian
Alexanders Mutter Marianne Wünscher
Gerichtssekretär Walter Lendrich
Fürstin Denhoff Marion van de Kamp
Musik André Asriel
Kamera Hans Heinrich
Drehbuch Ralf Kirsten, Manfred Krug
Regie Ralf Kirsten

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